Was bedeutet Bildung für nachhaltige Entwicklung?

Bildung für nachhaltige Entwicklung ist ein umfassendes Programm. Wir klären dabei, was eigentlich nachhaltig ist und was Bildung dazu beitragen kann. Die HVV-Schulprojekte stützen sich dabei auf die vier Dimensionen der Nachhaltigkeit. In Anlehnung daran werden für Kinder alle notwendigen Kompetenzen vermittelt. Ein Beitrag zur nachhaltigen Mobilität wird zum Beispiel geleistet, wenn in Kita und Vorschule bei Ausflügen die öffentlichen Verkehrsmittel genutzt werden. Nachhaltigkeit wird auch thematisiert, wenn Kinder sich mit Fragen des Ressourcenkreislaufs beschäftigen oder mit Fragen der globalen Gerechtigkeit.

Foto: Save Our Future – Umweltstiftung

Wann spricht man von nachhaltiger Entwicklung?

Je nachdem, wie sich eine Gesellschaft entwickelt, hat das Auswirkungen auf die Umwelt. Ausgangspunkt für diese Überlegungen waren die Anstrengungen der Entwicklungsländer, das wirtschaftliche Niveau der Industrieländer zu erreichen. Das ging zu Lasten der Umwelt und der Menschen und war eben nicht nachhaltig.

Erst wenn ökonomische, ökologische und soziale Aspekte (heute werden auch kulturelle Aspekte mit berücksichtigt) ausgewogen sind, kann man von nachhaltiger Entwicklung sprechen. Alles hängt mit allem zusammen. Auch so kann man die Sache betrachten und den Blick für diesen Zusammenhang schärfen – dazu regt das Viereck der Nachhaltigkeit an.

Weitere Informationen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung:


Das Viereck der Nachhaltigkeit

Anregungen zum Thema Mobilität

Eine Sache von mehreren Seiten betrachten, das verbirgt sich hinter dem Viereck der Nachhaltigkeit. Hier geht es um diese vier Aspekte:

  • Ökologische Aspekte
  • Ökonomische Aspekte
  • Soziale Aspekte
  • Kulturelle Aspekte

Arbeitsblatt zum Viereck der Nachhaltigkeit

In diesem Arbeitsblatt wird das Viereck der Nachhaltigkeit auf das Thema Mobiltät angewendet und auf den öffentlichen Nahverkehr übertragen.

Es sind komplexe Zusammenhänge, daher bleibt das Arbeitsblatt teilweise stichwortartig. Somit bildet es eine Anregung, um eine Debatte mit den Kindern zu entwickeln.


Fallbeispiel zu nachhaltiger Mobilität

Wie funktioniert nachhaltige Mobilität? Unser Fallbeispiel entwickelt die Fragestellung anhand des Busfahrens:

1) Soziale Aspekte

Die Busfahrt ist ein Angebot der Daseinsvorsorge, ein öffentlich, politisch verhandeltes Ergebnis. Wer Bus fährt organisiert seine Mobilität gemeinschaftlich. Eine Busfahrt ist statistisch gesehen risikoärmer, da weniger unfallträchtig als die Fahrt mit dem PKW.

Eine Fahrt im Bus ist ein soziales Ereignis.

2) Kulturelle Aspekte

In öffentlichen Verkehrsmitteln treffen sich Menschen verschiedener Kulturen. Bestimmten Verkehrsmittel sind unterschiedlich ausgestaltet. Als Fahrgast erlebt man auf dem Fahrtweg geprägte (Stadt-) Landschaften und nimmt diese wahr.

Eine Busfahrt ist auch ein kulturelles Erlebnis.

3) Ökonomische Aspekte

Eine Busfahrt entlastet die privaten Kosten, der Preis einer Busfahrt ist günstiger als der vergleichbare Preis mit dem PKW. Die Folgekosten des motorisierten Individualverkehrs übersteigen bei weitem die des öffentlichen Nahverkehrs.

Eine Busfahrt ist ökonomisch vorteilhaft.

4) Ökologische Aspekte

Der Bus, bezogen auf den einzelnen Fahrgast, verbraucht weniger Platz und Energie. Er lässt weniger Schadstoffe in die Umwelt als der PKW und die einzelnen Nutzerinnen und Nutzer.

Die Busfahrt, als Teil der Mobilität im Umweltverbund, ist auf jeden Fall ökologisch vorteilhaft.

Folgende Fragen zur Annäherung an die Nachhaltigkeit können gestellt werden:

  • Wie habt ihr die Umwelt geschont durch die Nutzung des HVV? Was wurde weniger belastet, wodurch wird das sichtbar?
  • Was habt ihr gespart, wenn ihr den Bus oder die Bahn genutzt habt? Was hättet ihr andernfalls investieren müssen?
  • Was habt ihr erlebt auf eurer Tour mit Bus, Bahn oder mit dem Schiff? Welche Menschen habt ihr getroffen?

Praxistipp zur Diskussion mit Kindern

Bilden Sie einen Kreis mit Kindern und legen Sie in die Mitte gebastelte Modelle von Verkehrsmitteln (siehe unser Bastelbogen), Spielzeugmodelle oder Platzhalter (z.B. Schuhe). Nun diskutieren Sie mit den Kindern:

  • Wie weit kommt man mit den verschiedenen Verkehrsmitteln?
  • Welches ist laut, welches ist leise?
  • Woher kommt die Energie, die das Verkehrsmittel braucht?
  • Was passiert mit den Verkehrsmitteln, wenn sie keine Fahrgäste befördern?
  • Was wäre, wenn sich alle Parkplätze in Blumenbeete verwandeln?
  • Was wäre, wenn die Eltern kein Auto hätten?
  • Kann man ohne Auto leben?

Kontakt:

Christoph Unland
Tel.: 04072594183
Mail: christoph.unland@hvv-schulprojekte.de