Wie hoch sind die Kosten für Mobilität?

Befragungen haben ergeben: Autofahrerinnen und Autofahrer schätzen die Kosten für Autofahrten geringer ein als die Kosten für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Rechnet man nur mit dem Kraftstoffpreis von durchschnittlich 11 Cent pro Kilometer, dann ist das Autofahren billiger als das Fahren mit Bus und Bahn, vor allem, wenn mehrere Personen in einem Auto unterwegs sind. Der Autobesitzer zahlt aber nicht nur für den Kraftstoff, sondern es entstehen weitere Kosten, die das Autofahren teurer machen:

Private Kosten des Autofahrens

KostenartenEinzelpostenBeispielrechnung

Kosten im Jahr für einen VW-Golf:

Grundpreis: 20.000 Euro
Fahrleistung: 15.000 km/ Jahr
FixkostenKfz-Steuer
200 Euro

Versicherung (Haftpflicht, Vollkasko)600 Euro (400 Euro + 200 Euro)
Stellplatz- oder Parkgebühren 200 Euro
WerkstattkostenInspektion, Wartung, Reparaturen600 Euro
Betriebskosten (variabel)Kraftstoff (7 l auf 100 km zu je 1,50 Euro pro l)1.600 Euro
Pflege / Wagenwäsche250 Euro
Wertverlust oder Abschreibung der Anschaffungskosten*12,5 % über 6 Jahre (= 75 % des Anschaffungspreises, Restwert: 25 %)2.500 Euro
jährliche Gesamtkosten:
5.950 Euro

* Ein Auto verliert jährlich an Wert. Schon nach einigen gefahrenen Kilometern ist das Auto nicht mehr zum Neupreis weiterzuverkaufen. Dieser Wertverlust (die Abschreibung) muss den jährlichen Kosten zugerechnet werden.

Wie teuer ist die Nutzung eines Autos?

Im oben genannten Beispiel ergeben sich Kosten fpr die Pkw-Nutzung von ca. 40 Cent pro km. Beim Autokostenvergleich des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) ist mittlerweile kein VW-Golf mehr mit Gesamtkosten von weniger als 40 Cent pro km gelistet. Auch der Einsatz von Elektroautos spart auf lange Sicht kaum Geld. Zwar betragen die Aufwendungen für den „Kraftstoff“ Strom nur ca. ein Drittel der Kraftstoffkosten konventioneller Autos, jedoch drücken allein die Kosten für Beschaffung bzw. Wiederbeschaffung der Batterien die Rechnung wieder ins Minus.

Übrigens kostet auch der Betrieb von Nebenverbrauchern, wie der Klimaanlage, Kraftstoff und Geld: Der ADAC ermittelte bei eingeschalteter Klimaanlage Mehrverbräuche bis zu 2,1 Liter pro 100 km.

Die Kosten der Mobilität pro km

Nach einem Bericht des Umweltbundesamtes kostet ein Kilometer mit dem ÖPNV 13 Cent und mit der Deutschen Bahn 25 Cent (bei 50 % Ermäßigung durch BahnCard sind es 13 Cent), mit dem Auto jedoch im Schnitt 33 Cent. Obwohl das Fahrrad keinen Kraftstoff verbraucht, fallen dennoch ca. 6 Cent pro km für den Wertverlust (Abschreibung) sowie Wartungs- und Reparaturkosten an.

Beim öffentlichen Verkehr mit Bussen, Straßenbahnen oder Zügen verstecken sich hinter dem Preis für das Ticket bzw. den Fahrschein eine Menge an Kostenpositionen: Lohnkosten für die Fahrerinnen und Fahrer, Disponenten, Personal für Ticketverkäufe, Reinigungspersonal etc. Hinzu kommen die Abschreibung und Wartungskosten für das Fahrzeug, Treibstoffkosten, Verwaltungskosten und vieles mehr.

Oftmals reichen die Einnahmen aus den Ticketverkäufen im ÖPNV nicht aus, um alle Kosten zu decken. Deshalb erhält das Verkehrsunternehmen für sein Verkehrsangebot öffentliche Zuschüsse. Damit wird sichergestellt, dass auch Menschen ohne Auto mobil sein können, weil ein ausreichendes Angebot an Bussen und Bahnen vorhanden ist.

Verkehr kostet aber nicht nur privat Geld, sondern es entstehen auch volkswirtschaftliche oder externe Kosten. Das sind Kosten, die nicht dem unmittelbaren Nutzer entstehen, sondern unbeteiligten Dritten – beispielsweise durch Krankheiten infolge von Lärm und Schadstoffen.

Volkswirtschaftliche oder externe Kosten des Straßenverkehrs

KostenbereicheEinbezogene Faktoren
InfrastrukturStraßenbau, Straßenunterhaltung, Straßenbetrieb (z. B. Ampeln), Verwaltung, Verkehrspolizei
LuftschadstoffeWaldschäden, Straßenschäden, Gesundheitsschäden (Atemwegserkrankungen) durch Feinstaub / Ruß bei der Verbrennung von Dieselkraftstoffen
KlimaauswirkungenKosen durch Anstieg des Meresspiegels und Zerstörungen durch extreme Unwetter (Hurrikan, Tornado, Tsunami)
WasserverschmutzungQuell- und Grundwasserbelastung, Verunreinigung des Bodens, wenn Kraftstoffe auslaufen
FlächenverbrauchBodenpreise der versiegelten Flächen, Einschränkung der Flächennutzung für andere
UnfälleReproduktionskosten (Sachschäden und Krankenkosten)

Ressourcenausfall-Kosten (durch Verlust oder Einschränkung der Erwerbstätigkeit)
LärmKosten für Lärmschutz und Gesundheitsschäden

Externe Kosten des Verkehrs in Deutschland

Die Berechnung von externen Kosten ist sehr schwierig. Was ist jedem einzelnen Menschen „saubere Luft“ wert? Was kostet ein Menschenleben? Was bedeutet das Aussterben einer Tierart? Und wie lauten die Antworten der in 200 Jahren lebenden Menschen auf diese Fragen? Antworten auf derartige Fragen sind problematisch und zumeist subjektiv. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler greifen bei ihrer Beantwortung auf unterschiedliche Monetarisierungsverfahren, d. h. Verfahren der Kostenbestimmung, zurück.

Als Untergrenze der externen Kosten, die jeder Mensch in Deutschland unfreiwillig „zahlt“, werden derzeit Werte von 1.000 Euro pro Jahr und mehr ermittelt. Die externen Kosten in ihrer Gesamtheit sind deutlich höher als ihre heute bekannten Untergrenzen. Wie hoch sie wirklich sind, ist noch Spekulation.