Mitverantwortung und Rücksichtnahme

Das Ausbildungskonzept der „Bus-Engel – Gewaltprävention in Südholstein“ basiert unter anderem auf den Inhalten der Verkehrerziehung. Diese wird dabei als Beitrag zur Sozialerziehung verstanden. Schülerinnen und Schüler sollen nicht allein das Befolgen von Verkehrsregeln erlernen, sondern vielmehr ihre Teilnahme am Straßenverkehr als ein auf Teilnahme gerichtetes soziales Handeln erkennen. Eigene Mitverantwortung und Rücksichtnahme im Straßenverkehr erfordert das gleiche selbst- und sozialkompetente Verhalten, wie der Umgang mit Regelverletzungen und Rücksichtslosigkeit anderer Verkehrsteilnehmer.

Primäre Gewaltprävention und Verkehrserziehung werden im Konzept der Bus-Engel miteinander kombiniert. Dieser Ansatz basiert auf den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien zu Thema Gewalt an Schulen. Diese Studien belegen, dass der Schulweg und die öffentlichen Verkehrsmittel von den Schülerinnen und Schülern schwerpunktmäßig als Ort gewalttätigen Verhaltens erlebt werden.

Das Ausbildungskonzept der Bus-Engel

Das Ausbildungskonzept der Bus-Engel unterstützt die Schülerinnen und Schüler durch gezielte Verhaltens- und Kompetenztrainings sowohl darin, Konfliktsituationen zu vermeiden, in Konfliktsituationen selbst gewaltfrei zu agieren, als auch deeskalierend auf Mitschüler einzuwirken. Das Prinzip der „Peer-to-Peer Education“ führt hier zu hervorragenden Ergebnissen. Bus-Engel agieren als Botschafter zivilcouragierten Handelns (lat. angelus: Bote, Botschafter).

Bus-Engel sind Vorbild für ihre Mitschüler. Ihnen geht es um gezeigte Solidarität mit den Schwachen und um eine deutliche Stellungnahme gegen gewalttätiges Verhalten. Der dem Ausbildungskonzept zugrunde liegende doppelte Ansatz von Gewaltprävention und Verkehrserziehung hat bewirkt, dass die Bus-Engel als Element der Verkehrserziehung im entsprechenden Runderlass für die Schulen in Schleswig-Holstein verankert ist.


Der Bus als außerschulischer Lehrraum

Teile der Ausbildung werden in speziell hierfür bereitgestellten Bussen durchgeführt. Das Ausbildungskonzept bedient sich bewusst dieses außerschulischen Lehrraums.

Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gehört zur Alltagswirklichkeit vieler Schülerinnen und Schüler. Eigene Erfahrungen der Jugendlichen unterstützen hier eine Vertiefung der Lerninhalte sowie eine Übertragbarkeit auf andere Kontexte. Der Bus als öffentlicher Raum intensiver sozialer Begebung und Interaktion bietet darüber hinaus eine ideale Plattform für das Erlernen gewaltpräventiver Handlungskompentenzen.


Ganzheitlicher Ansatz in der Ausbildung zum Bus-Engel

Das Ausbildungskonzept verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Durch methodische Vielfalt sollen alle Sinne der Schülerinnen und Schüler angeregt werden. Übungen, Rollenspiele und Gesprächsrunden wechseln sich mit theoretischen Einheiten und Filmvorführungen ab. Abgerundet wird dies durch einen Praxistag auf einem Busbetriebshof, auf dem die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit bekommen, selbst Bus zu fahren.

  • Für interessierte Klassenverbände oder Gruppen
  • Individuell und flexibel auf die jeweiligen Gruppen/ Klassen eingehend
  • Außerschulischer Lehrraum : Öffentliches Verkehrsmittel

Das Programm des Bus-Engel Schulprojektes

Insgesamt erstreckt sich das Programm über ca. 16 Schulstunden an 4 Tagen, angepasst an die jeweiligen Bedürfnisse der Schule.

1. Tag: Theoretischer und praktischer Zugang zum Thema

  • Gewalt im strafrechtlichen Kontext
  • Wahrnehmungsschulung
  • Rollenspiele
  • Bewusstmachung von persönlichen Einstellungen
  • Leitsätze

2. und 3. Tag: Intensivierung der Handlungskompetenzen

  • Deeskalierungstraining
  • Körpersprache
  • Empathiefähigkeit
  • Rollenspiele
  • Teamfähigkeit
  • Sicheres Auftreten
  • Selbst- und Fremdbild

4. Tag: Praxistag auf dem Betriebshof

  • Kennenlernen des innerbetrieblichen Ablaufes eines Verkehrsunternehmens
  • Schulungsmedien
  • Als Fahrer eines Busses eine neue Perspektives erleben (Bus selber lenken)
  • Kommunikationsschulung