Die Aktion Bus-Engel wurde im Laufe der Zeit zweimal (2005 und 2009) von der Universität Flensburg mit positiven Ergebnissen wissenschaftlich evaluiert.

Trotz COVID-19 und Schulschließungen: 25 Bus-Engel-Schulungen 2020

Im Schulprojekt Bus-Engel setzt sich eine Schulklasse mit Methoden und Inhalten der primären Gewaltprävention auseinander. Dabei spielt der zwischenmenschliche Umgang unter den Jugendlichen eine wichtige Rolle. Seit dem Beginn der COVID-19 Pandemie hat sich hier natürlich vieles verändert. Corona-konforme Hygieneregeln mussten bei den Bus-Engel-Schulungen 2020 beachtet werden. Für uns bei den Schulprojekten im HVV stellte dies eine besondere Herausforderung dar, die wir gut meistern konnten. Die Anzahl aller durchgeführten Trainings im Jahr 2020 beläuft sich auf 25 Schulungen. Insgesamt 612 Jugendliche haben das Teilnahmezertifikat erhalten. Beteiligt waren 13 Schulen der beiden Kreise Pinneberg und Segeberg sowie acht Trainerinnen und Trainer von den beteiligten Verkehrsunternehmen im Hamburger Verkehrsverbund (HVV).


Die Bus-Engel-Schulungen 2020

Im Jahr 2019 waren die Kapazitäten des Bus-Engel Trainer-Teams mit 33 Schulungen voll ausgeschöpft. Sowohl quantitativ als auch qualitativ konnten die Bus-Engel-Schulungen auf einem sehr hohen Niveau durchgeführt werden. Entsprechend war die Planung für das Jahr 2020 ähnlich hoch angesiedelt.

Bedingt durch das Aussetzen des Präsenzunterrichts von Mitte März bis Anfang August 2020 galt es, auf verschiedenen Ebenen mögliche Szenarien für kommende Bus-Engel-Schulungen auszuarbeiten und auf die speziellen Begebenheiten der einzelnen Kreise und Schulen einzugehen.

Uns beschäftigten Fragen wie:

  • Wann geht es wieder los?
  • Wie haben sich die Schulen auf die Veränderungen eingestellt?
  • Wie sind die Vorgaben des Ministeriums?
  • Welches sind wo die einzelnen Kohorten?
  • Werden die Klassen geteilt?
  • Wie werden die Lernstanderhebungen am Anfang des Schuljahres durchgeführt und wie wird der Stoff ggf. nachgeholt?

Herausforderungen durch COVID-19

Parallel zu den Anforderungen in den Schulen mussten auch die Bestimmungen der einzelnen Verkehrsunternehmen bedacht und in die Umsetzung der Trainingseinheiten mit aufgenommen werden. Denn bei den Bus-Engel-Schulungen kooperieren die HVV-Schulprojekte mit verschiedenen Verkehrsunternehmen im HVV.

Folgendes mussten wir berücksichtigen:

  • Wann dürfen welche Gruppen bis zu welcher Gruppengröße in welche Räume?
  • Dürfen Rundgänge durchgeführt werden?
  • Sind die Trainerinnen und Trainer der HVV-Kooperationspartner verfügbar oder werden sie bei zusätzlichen Taktverdichtungen gebraucht?
  • Wird der Schülerverkehr ausgeweitet?
  • Wie sind auf welchem Betriebshof welche Vorgaben umzusetzen?

So galt es, jeden einzelnen Inhalt der Schulungen zu beleuchten und Corona-konform umzusetzen, ohne die übergeordneten Ziele und Ansprüche des gewaltpräventiven Verhaltens zu verändern.

Die Durchführung der Schulungen

Entsprechend der Vorgaben mussten die Methoden in den Bus-Engel-Schulungen 2020 angepasst werden, was insbesondere bei den Themen Körpersprache, Distanzzonen sowie Teamwork und Kooperation nicht einfach war, da im Vorfeld teils die Gruppengröße (= Kohortengröße) nicht bekannt war. Die Situationsübungen und Rollenspiele, welche die Bus-Engel-Trainerinnen und Trainer im Bus anleiten, mussten angepasst werden und die Durchführenden entsprechend instruiert und angeleitet werden.

Entsprechend wurden mehrere Versionen des Konzeptes geplant und ausgearbeitet, in denen versucht wurde, die äußeren Strukturen aller Seiten (Schulen, Verkehrsunternehmen, eigene Kapazitäten) mit zu berücksichtigen.

Wie gut dies bei den Schulverantwortlichen angekommen ist, zeigte und zeigt sich in den Anfragen und Buchungen der Schulen auch während der Corona-Pandemie. So konnten 15 Schulungen zwischen August und Dezember durchgeführt werden. Diese Anzahl an Schulungen hat sich, verglichen mit dem gleichen Zeitraum des letzten Jahres, sogar erhöht.

Bilanz zu den Bus-Engel-Schulungen 2020

Sozialkompetenzen und freundliches Miteinander zu üben und die Jugendlichen gerade in dieser Zeit für Eigenverantwortung zu sensibilisieren, hat für viele Schulen – trotz der Kernunterrichtsdefizite – erfreulicherweise einen hohen Stellenwert. Und auch wenn einige Schulen ihre Präventionskonzepte (zu denen die Bus-Engel gehören) temporär aussetzen und sich zunächst auf andere Themen konzentrieren, gab es neue Anfragen interessierter Schulen, die im Schuljahr 2020 zum ersten Mal Bus-Engel-Schulungen durchführen wollten.

So konnten im Jahr 2020, trotz der langen Schulschließung von insgesamt 6 Monaten, 25 Schulungen in 13 Schulen der Kreise Pinneberg und Segeberg durchgeführt werden, wobei 612 Jugendliche ihr Teilnahmezertifikat bekommen haben.

Dies ist erfreulich, da dies zeigt, welchen Stellenwert die Bus-Engel-Schulungen in vielen Schulen einnehmen. Dank der Flexibilität aller Beteiligten konnte eine schnelle Umsetzung der neuen Hygienemaßnahmen bei den Bus-Engel-Schulungen 2020 erfolgen. Auch für 2021 sehen wir daher den kommenden Schulungen positiv entgegen.

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