Welche Auswirkungen hat der Autoverkehr?

Zu allen Zeiten gab es Mobilität nicht zum Nulltarif. Sie war immer mit Folgen für die Umwelt verbunden. Schon im Altertum holzten die Römer den gesamten Gebirgszug Apennin ab, um ihre Schiffsflotte zu bauen. Der Bau der Eisenbahn zerschnitt Landschaften, Wälder wurden für den Gleisbau gerodet. Die Loks, mit Holz oder Kohle befeuert, waren starke Luftverschmutzer.

Doch in der heutigen Zeit hat der Verkehr nicht nur regionale sondern globale Auswirkungen. Naturwissenschaftler und Soziologen beschäftigen sich mit den Folgen der Automobilität.

Kraftstoffverbrauch und Luftschadstoffe

Der wachsende Kraftstoffverbrauch des Straßenverkehrs trägt mit dazu bei, dass die Erdölreserven bei gegenwärtigen Verbrauch nur noch ca. 50 Jahre reichen. Auch wenn in den letzten Jahren der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch (pro km) durch verbesserte Motoren zurückgegangen ist.

Der Verbrauch fossiler Energien bedeutet gleichzeitig eine Belastung für die Umwelt. Bei der Verbrennung von Kraftstoffen, wie Benzin und Diesel, entweicht mit den Abgasen eine Fülle von Luftschadstoffen, die sich unterschiedlich auf die Umwelt und die Menschen auswirken. Folgen der Luftverschmutzung sind Schädigungen der Wälder durch Stickoxide (NOX), Schwefeldioxid (SO2) und Kohlenwasserstoffe CHX.

Die Gefahren von Feinstaub

Die Feinstaubbelastung durch Rußpartikel (PM10) hat direkte Auswirkungen auf die Gesundheit des Menschen; die Partikel verursachen Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen.

Der so genannte „Sommersmog“, d. h. erhöhte Konzentrationen an Photooxidantien wie Ozon (O3), reizt die Schleimhäute der Augen und der Atemwege. Ozon bildet sich an sonnigen Tagen aus Stickstoffoxiden und Kohlenwasserstoffen in Verbindung mit der UV-Strahlung der Sonne.

Der Treibhauseffekt

Ein großes Problem des Verkehrs ist sein Beitrag zum Treibhauseffekt und die dadurch hervorgerufenen Klimaveränderungen. Beim Verbrennen von Kraftstoff in den Motoren entsteht Kohlendioxid (CO2-Emissionen), ein klimawirksames Gas, das für rund die Hälfte des derzeitigen Treibhauseffektes verantwortlich ist und nicht durch Filter zurückgehalten werden kann. Aber auch andere im Abgas enthaltene Stoffe wie Ozon, Lachgas (N2O) und Rußpartikel sind starke Treibhausgase.

Platznot, Straßenlärm und Verkehrsunfälle

Der Straßenverkehr benötigt viel Platz. Die Verkehrsflächen wachsen ständig, aber Platz ist nicht vermehrbar, besonders nicht in den Städten. Der Boden wird asphaltiert und damit versiegelt. Natürliche Lebensräume werden zergliedert und zerstört. In der Stadt zerschneiden Straßen Wohnquartiere und schränken die Bewegungsfreiheit der Bewohner ein.

Der Straßenlärm beeinträchtigt die Lebensqualität und die Gesundheit der Anwohner größerer Straßen. 55 % der Bevölkerung fühlen sich durch den Straßenverkehrslärm belästigt, so eine Untersuchung des Umweltbundesamts.

Verkehrsunfälle sind sehr direkte spürbar und werden oft als die schlimmsten Folgen des Straßenverkehrs für die Menschen erlebt

Alternative Antriebe

Die Entwicklung alternativer Antriebstechnologien (Wasserstoff-, Erdgas-, Biodiesel-, Hybrid- Fahrzeuge), die die Umwelt weniger belasten und die CO2-Emissionen reduzieren können, wird vorangetrieben. Fahrzeuge mit alternativen Antrieben sind heute aber noch die Ausnahme.

Eine Antwort auf die Belastungen durch den Autoverkehr ist die Förderung des ÖPNV und ein Umdenken bei der Verkehrsmittelwahl, in der Stadtplanung und im Nutzerverhalten.